Eine bedeutendere Rolle bei der Platinnachfrage könnte in nicht allzu ferner Zukunft die Brennstoffzellen-Technologie spielen. Bei dieser alternativen Antriebsform wird in einem elektrochemischen Prozess aus Wasserstoff und Sauerstoff Elektrizität für den Antrieb des Motors gewonnen. Die Vorteile für Brennstoffzellen-Fahrzeuge liegen in einer vergleichsweise schnellen Betankung gegenüber der langen Ladezeit bei batteriebetriebenen Fahrzeugen sowie einer Reichweite, die es mit der von herkömmlichen Autos mit Verbrennungsmotoren aufnehmen kann.

jeroen dijsselbloem 2Blenden wir zurück zum Anfang des Jahres 2017. Der Euro stand damals gehörig unter Druck und testete Kurse von 1.04 zum USD. Wilders hatte zwar die Wahlen in den Niederlanden verloren, doch Marine Le Pen sorgte für Verunsicherung. Setzen sich die Anti-Euro-Kräfte durch? Folgen die Wähler in Europa den populistischen Tendenzen in England (BREXIT) und den USA (Trump)?

Analysten und Händler waren sich schnell einig. Der Eurokurs wird fallen. Viele Auguren sahen eine Eurokursprognose von unter 1.0 zum USD. Doch es kam anders.

<- Hat gut Lachen: Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem darf sich am wiedererstarkten Vertrauen in die Gemeinschaftswährung freuen.

Trump TradeÜber Monate hinweg sorgte Präsident Trump an der Börse für gute Stimmung. Grund: Seine hohen Versprechen, wie er Amerika wieder "great-again" machen will: Infrastrukturprojekte, eine Steuerreform, Gesundheitsreform... Die Börsianer liessen sich einlullen und die Öffentlichkeit war indessen mit den täglichen Twitter-Tiraden des Präsidenten beschäftigt.

Doch nun bekommt der so genannte Trump-Trade Risse. Die Kurse von Anlagen, die aufgrund der Versprechungen von Donald Trump kräftig gestiegen sind beginnen zu bröckeln. Warum?

Marktteilnehmer zweifeln daran, dass Trump die hohen Versprechen einlösen kann. Und dies zurecht. Grund dafür ist die Gesundheitsreform. Trump wollte Obamacare durch etwas viel besseres ersetzen. doch nicht einmal in der eigenen Partei kriegte er genügend Stimmen dafür. Die Republikaner sind gespalten. Während die Hardliner Obamacare ganz abschaffen wollten, weibelte Trump zusammen mit moderateren Kräften um eine Zurechtstutzung des von Obama eingeführten Krankenkassensystems.

Hildebrand und DraghiDie Frage beschäftigt Anleger schon länger. Endet das Experiment der schier unbeschränkten Geldmengenausweitung in Hyperinflation oder in einem Bond-Market-Crash? Was die Vorstellungskraft von Privatanlegern aufgrund der schieren Grösse der Notenbankbilanzen übersteigt, beunruhigt auch die Profi-Anleger. Bisher habe ich auf die Frage noch keine vernünftige Antwort gehört, bis ich letzten Monat einen Vortrag des ehemaligen Top-Notenbanker und heutigem Black-Rock Stratege Philipp Hildebrand (ex SNB) gehört habe.

 

(Hildebrand links im Bild im Gespräch mit Mario Draghi)

 

Inflation auf neuen hochsDie Inflation meldet sich zurück: Um 2.5% haben die Preise in den USA im aktuellen Monat gegenüber Vorjahr zugelegt. Dabei haben Ökonomen rund um den Globus die Inflation bereits abgeschrieben. Zu hoch sei der globale Wettbewerb und der technische Fortschritt sowie der Abwertungswettlauf der Währungen fördere weltweit deflationäre Tendenzen, also sinkende Preise.

Dabei war die Inflation gar nie weg. Sie war nur nicht mehr sichtbar. Warum? Sinkende Ölpreise, von 120 auf 25 $ das Fass Rohöl, führten zu immer billigerem Benzin, Diesel, Heizöl und Kerosin. Die Preise für viele Güter und Dienstleistungen sind gesunken. Doch es ist nicht alles ALLES billiger geworden:

Etliches hat sich in den USA aber auch in Deutschland verteuert: die Löhne sind gestiegen, Mindestlohn wurde eingeführt und steigende Immobilienpreise, der Mangel an Fachkräften sowie eine gute Binnennachfrage haben zu steigenden Preisen vielerorts geführt. Jetzt wo der Erdölpreis nicht mehr sinkt, sondern steigt, wird die Inflation wieder sichtbar und dürfte sich in den erwähnten Volkswirtschaften um die 2% niederschlagen.

Der Druck auf die Zentralbanker nimmt also zu, von der ultralockeren Geldpolitik abzukommen. Das bringt Risiken für die hohe Bewertung der Anleihen, eine Bond-Bubble droht zu platzen.

Zum Seitenanfang