Alexis Tsipras neues Geld fuer GriechenlandAlle Jahre wieder

Gefühlt jedes Jahr im Sommer sind in Athen die Kassen leer und die Krise kommt zu ihrem saisonalen Höhepunkt. Nach einem harten Verhandlungsmarathon kommt das Tauziehen um die Schuldenrefinanzierung des Landes zu einem Ende und neues Geld fliesst nach Griechenland. So auch in diesem Jahr. Bereits im Juni sollen 7.5 Mrd. EUR ausbezahlt werden, weitere 2.8 Mrd aus dem Europäischen Rettungsfonds ESM folgen später.

Was macht der IWF

Athen war zu Reformen und einer unbeliebten Schuldenstopp-Mechanismus gezwungen worden, welcher bei einem Verfehlen der Haushaltsziele greifen soll. Als harter Verhandlungspartner und Gegenspieler von Schäuble präsentierte sich der internationale Währungsfonds IWF. Dabei ist nach wie vor unklar, ob sich der IWF überhaupt an der neuerlichen Finanzierungsrunde beteiligt.

Der IWF macht zu Recht geltend, dass die Schuldenlast von 177% des Bruttoinlandprodukts für das strukturschwache Land nachhaltig nicht finanzierbar ist. Ein Schuldenerlass soll her. An diesem möchte sich der IWF aber nicht beteiligen; die Kröte sollen die Europäischen Staaten alleine schlucken.

Wie geht es weiter?

Zunächst wie bisher. Schäuble konnte durchsetzen, dass über neuerliche Schuldenerleichterung in Form von Zinsaufschub oder Laufzeitenverlängerungen erst ab 2018 neu verhandelt wird. Damit kommt das unbeliebte Thema erst nach der Bundestagswahl 2017 wieder aufs politische Parkett. Doch von einem Schuldenerlass (Haircut) wollen die Europäer nichts wissen. Schulden gehören zurückbezahlt! Die Amerikaner vom IWF sind es sich gewohnt, überschuldeten Entwicklungsländern die Schulden auch schon mal einfach zu erlassen, was nun offenbar auch für Griechenland immer mehr zum Thema wird. Sicherlich kann das Land mit diesen hohen Schuldenständen nicht überleben. Der IWF hat vorgerechnet, dass alleine die Zinszahlungen für die nächsten 50 Jahre die Griechische Wirtschaft erdrücken, von einer Schuldenrückzahlung kann noch nicht die Rede sein. So schleppt sich der Patient unter der ächzenden Last von Hilfskredit zu Hilfskredit und die Frage drängt sich immer mehr auf, ob ein Konkurs und Austritt aus der Eurozone dem Land nicht für die Zukunft mehr dienen würde.