Inflation auf neuen hochsDie Inflation meldet sich zurück: Um 2.5% haben die Preise in den USA im aktuellen Monat gegenüber Vorjahr zugelegt. Dabei haben Ökonomen rund um den Globus die Inflation bereits abgeschrieben. Zu hoch sei der globale Wettbewerb und der technische Fortschritt sowie der Abwertungswettlauf der Währungen fördere weltweit deflationäre Tendenzen, also sinkende Preise.

Dabei war die Inflation gar nie weg. Sie war nur nicht mehr sichtbar. Warum? Sinkende Ölpreise, von 120 auf 25 $ das Fass Rohöl, führten zu immer billigerem Benzin, Diesel, Heizöl und Kerosin. Die Preise für viele Güter und Dienstleistungen sind gesunken. Doch es ist nicht alles ALLES billiger geworden:

Etliches hat sich in den USA aber auch in Deutschland verteuert: die Löhne sind gestiegen, Mindestlohn wurde eingeführt und steigende Immobilienpreise, der Mangel an Fachkräften sowie eine gute Binnennachfrage haben zu steigenden Preisen vielerorts geführt. Jetzt wo der Erdölpreis nicht mehr sinkt, sondern steigt, wird die Inflation wieder sichtbar und dürfte sich in den erwähnten Volkswirtschaften um die 2% niederschlagen.

Der Druck auf die Zentralbanker nimmt also zu, von der ultralockeren Geldpolitik abzukommen. Das bringt Risiken für die hohe Bewertung der Anleihen, eine Bond-Bubble droht zu platzen.

Wie wird sich die Inflation weiter entwickeln?

In der Eurozone insgesamt dürfte die Inflation moderat ausfallen, da die Arbeitslosigkeit in den Südländern immer noch hoch ist und entsprechend Lohnerhöhungen ausbleiben. In Deutschland könnte die Inflation getrieben von einer guten Binnennachfrage, hoher Beschäftigung und steigenden Immobilienpreisen höher ausfallen.

In den USA kommt vieles auf die Wirtschaftspolitik von Präsident Trump an: Zölle, Infrastrukturausgaben und eine Restriktive-Einwanderungspolitik dürfte die Inflation weiter verteuern und Zinsschritte der FED nötig machen. Es ist also weltweit mit höheren Zinsen zu rechnen, da sich die Zinsentwicklung in der Welt-Reservewährung USD auch auf andere Wirtschaftsräume auswirkt.

 

Wie können sich Anleger gegen steigende Inflation schützen?

  • Gold bietet entgegen der landläufigen Meinung keinen guten Inflationsschutz, langfristig wohl ein Schutz gegen einen Währungszerfall sprich Hyperinflation.
  • Aktien: Konsumgüterfirmen dürften es schwierig haben höhere Rohstoffkosten 1:1 an die Konsumenten weiterzugeben, der Konkurrenzkampf ist gross, Aktien mit hohen Schulden haben mit höheren Zinsaufwendungen zu rechnen, also auch hier Vorsicht!
  • Idealerweise investiert man jetzt in Unternehmensanleihen-Fonds mit kurzen Durationen, Inflationsgeschütze-Anleihen und Aktien, die von steigenden Zinsen profitieren, wie Banken und Versicherungen.