Trump TradeÜber Monate hinweg sorgte Präsident Trump an der Börse für gute Stimmung. Grund: Seine hohen Versprechen, wie er Amerika wieder "great-again" machen will: Infrastrukturprojekte, eine Steuerreform, Gesundheitsreform... Die Börsianer liessen sich einlullen und die Öffentlichkeit war indessen mit den täglichen Twitter-Tiraden des Präsidenten beschäftigt.

Doch nun bekommt der so genannte Trump-Trade Risse. Die Kurse von Anlagen, die aufgrund der Versprechungen von Donald Trump kräftig gestiegen sind beginnen zu bröckeln. Warum?

Marktteilnehmer zweifeln daran, dass Trump die hohen Versprechen einlösen kann. Und dies zurecht. Grund dafür ist die Gesundheitsreform. Trump wollte Obamacare durch etwas viel besseres ersetzen. doch nicht einmal in der eigenen Partei kriegte er genügend Stimmen dafür. Die Republikaner sind gespalten. Während die Hardliner Obamacare ganz abschaffen wollten, weibelte Trump zusammen mit moderateren Kräften um eine Zurechtstutzung des von Obama eingeführten Krankenkassensystems.

Steuerreform wird jetzt wichtig

Der Schaden ist zwar begrenzt, doch das Vertrauen ein "Macher" zu sein, muss sich Trump zuerst einmal zurückerobern. Zinsen, Dollar und Aktien fielen erstmals seit seiner Amtseinführung. Nun blicken die Börsianer auf die angekündigte Steuerreform. Diese hat eine viel höhere Bedeutung als Obamacare. Aktuell sind die Unternehmenssteuersätze in den USA mit 35% international sehr hoch. Deshalb belassen viele US-Firmen Gewinne unversteuert im Ausland und holen sie vorerst nicht zurück in die USA. An diese Honigtöpfe will Trump nun ran. Wie man aus republikanischen Kreisen hört, soll der Gewinnsteuersatz auf 15% reduziert und die Steuer für die Heimbringung von Off-Shore Milliarden auf einen einstelligen Prozentsatz zu liegen kommen. Gleichzeitig ist angedacht, von ausländischen Firmen mehr Steuern einzutreiben, die in den USA geschäften, ihren Sitz aber im Ausland haben.

Wird die Steuerreform ein Erfolg, dürfte die Börse jubeln. Milliarden fliessen in die USA, die derzeit brach auf Konten in Irland oder den Bermudas lagen. Investitionen, Dividenden und Aktienrückkäufe dürften deutlich anziehen. Dem Wähler ist zudem leicht zu verkaufen, von bösen ausländischen Firmen höhere Steuern einzutreiben. Das Nachsehen dürften unter anderem der Exportweltmeister Deutschland haben. Müssten doch die Deutschen Firmen unter diesem Systemwechsel in den USA mehr Steuern in Washington und weniger  in Berlin entrichten. 

Doch bis es soweit ist, gilt es einen kühlen Kopf zu bewahren und sich von den täglichen News nicht nervös machen zu lassen. Die Steuerreform ist erst Fakt, wenn Trump sie auch durch den Senat- und den Kongress bringt.