jeroen dijsselbloem 2Blenden wir zurück zum Anfang des Jahres 2017. Der Euro stand damals gehörig unter Druck und testete Kurse von 1.04 zum USD. Wilders hatte zwar die Wahlen in den Niederlanden verloren, doch Marine Le Pen sorgte für Verunsicherung. Setzen sich die Anti-Euro-Kräfte durch? Folgen die Wähler in Europa den populistischen Tendenzen in England (BREXIT) und den USA (Trump)?

Analysten und Händler waren sich schnell einig. Der Eurokurs wird fallen. Viele Auguren sahen eine Eurokursprognose von unter 1.0 zum USD. Doch es kam anders.

<- Hat gut Lachen: Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem darf sich am wiedererstarkten Vertrauen in die Gemeinschaftswährung freuen.

 

Nicht nur, dass mit Macron in Frankreich pro Europäische Kräfte ans Ruder kamen, nein, auch die Wirtschaftsentwickung in Europa lässt sich sehen. So konnte der jahrelang runtergeprügelte Euro wieder etwas Boden gut machen. Und das nicht nur zum USD. Der Dollar wurde schwächer,  ja - auch weil der "Trump-Trade" Risse bekam. Der Euro konnte gegenüber allen Hauptwährungen deutlich zulegen. Wie die Tabelle zeigt, haben EUR-Anleger mitunter deutliche Verluste mit Fremdwährungsanlagen verbuchen müssen:

Währung Entwicklung 2017
Hong-Kong Dollar -13%
US-Dollar -12%
Yen -8%
Neuseelanddollar -8%
Franken -7%
Singapurdollar -5%
Kanada-Dollar -4%
Norwegenkrone -3%
Pfund -3%
Australdollar -3%
Schwedenkrone 0%

 

Wieso diese Euro Stärke?

Schnelle Bewegungen verstärken sich oft noch, wenn viele Marktteilnehmer auf dem falschen Fuss erwischt werden. Jahrelang hatte man mit der vermeindlich idiotensicheren Prognosse eines fallenden Eurokurses gutes Geld verdient. Doch der Euro ist zu billig geworden. Ja die Schulden sind hoch. Ja es ist ein Krüppel-Konstrukt das wirtschftlich wenig Sinn macht. Diese Tatsachen sind bekannt. Aber der Euro war schlichtweg zu billig. In Deutschland läuft die Konjunktur wie noch nie. Spanien hat Fahrt aufgenommen und selbst Frankreich macht Hoffnung. Griechenland und Portugal konnten für einmal mit positiven Daten überraschen. Nur Italien ist und bleibt das Sorgenkind. Der wirtschaftlich faire Wechselkurs (Kaufkraftparität) liegt zum US-Dollar bei ca. 1.20. Von diesem Wert hat sich der Euro stark entfernt und ist nun zurückgependelt. Momentan ist der Euro also nicht stark, sondern wieder fair bewertet.

Eurokursprognose

Eurokursprognose - wie geht es weiter?

Da der Euro nun wieder fair bewertet ist, ist davon auszugehen, dass die Wechselkurse sich stabilisieren. Gewisse Bedenken zum Euro-Konstrukt sind ja nach wie vor angebracht. Deshalb wird der Euro kaum noch viel teurer werden. Wichtig wird sein, welchen Pfad Mario Draghi für die Zinspolitik aufzeigt. Wird verkündet, dass die Nullzinspolitik bald beendet sein wird, kann der Euro nochmals zulegen. Der Eurokurs hat ja immer zwei Seiten. Ein Euro gemessen zu einer anderen Währung, sei es US-Dollar oder Schweizerfranken. Nur auf den Euro zu blicken ist daher zu kurz gegriffen und zu einseitig. Und auch andere Währungen haben ihre unschönen Seiten. Steigende Schuldenberge in den USA, Rekord-Notenbankbilanzsumme in der Schweiz, tickende Alterszeitbombe in Japan usw. Auch beim drohenden Atomwaffenkonflikt mit Nordkorea ist Europa aussen vor, währenddem Japan und USA direkt involviert sind. Hier war interessant zu beobachten, dass der Euro zeitweise als Zufluchtshort bei Nordkoreanischen Atomraketentests gesucht war. Der Euro als sicheren Hafen? Dass wir das noch erleben dürfen!

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