Eine bedeutendere Rolle bei der Platinnachfrage könnte in nicht allzu ferner Zukunft die Brennstoffzellen-Technologie spielen. Bei dieser alternativen Antriebsform wird in einem elektrochemischen Prozess aus Wasserstoff und Sauerstoff Elektrizität für den Antrieb des Motors gewonnen. Die Vorteile für Brennstoffzellen-Fahrzeuge liegen in einer vergleichsweise schnellen Betankung gegenüber der langen Ladezeit bei batteriebetriebenen Fahrzeugen sowie einer Reichweite, die es mit der von herkömmlichen Autos mit Verbrennungsmotoren aufnehmen kann.

Dabei fällt als »Abfallprodukt« kein umweltschädliches Abgas, sondern Wasser an. Großes Potenzial sieht JM auch bei Nutzfahrzeugen, wo die Brennstoffzellen-Technologie wegen des geringeren benötigten Gewichts und der größeren Reichweite batteriegetriebenen Lkws überlegen sein dürfte. In den Brennstoffzellen kommt auch Platin zum Einsatz. Laut Berechnung von JM könnten bei 1 Millionen Fahrzeugen mit Brennstoffzellen etwa 20 Prozent des derzeitigen Platinbedarfs in Diesel-Pkws ersetzt werden. JM schätzt, dass 2025 etwa 5 Prozent der Nachfrage für Autokatalysatoren von der Nachfrage für Brennstoffzellen stammen. Dies ist somit vor allem ein Thema für die 2020er Jahre. Zwar wächst das Segment schon jetzt kräftig. Die Mengen, um die es geht, sind derzeit aber noch zu gering. Laut WPIC wird durch zusätzliche Nachfrage bei Brennstoffzellen in diesem Jahr nicht einmal ein Viertel des erwarteten Nachfragerückgangs im Automobilsektor kompensiert.

(Quelle Commerzbank Ideas Magazin 197)